Verfahren
Wie wir in den Boden kommen.
Vier Verfahren, die sich in Tiefe, Probenqualität und Aufwand unterscheiden. Welches passt, hängt von Bauvorhaben, Baugrund und Fragestellung ab – wir beraten Sie und Ihren Gutachter bei der Auswahl.
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Kleinrammbohrung (KRB)
Einfache, schnelle Erkundung des Bodenaufbaus und Probenentnahme in Lockergesteinen – bis etwa 6 bis 10 m Tiefe.
Eine Kleinrammbohrung (KRB) ist eine einfache Methode zur Erkundung des Bodenaufbaus und zur Entnahme von Bodenproben aus Lockergesteinen. Sie wird in der Geologie, im Bauwesen und bei der Erkundung von Altlasten angewendet und ist nach DIN EN ISO 22475-1 genormt.
Sondiergerät
Die Kleinrammbohrung wird mit einer hohlen, einseitig geschlitzten Stahlsonde, einem aufgeschraubten Schlagbolzen und einem motorgetriebenen Bohrhammer durchgeführt. Gezogen wird die Sonde mit einem hydraulischen Zuggerät oder – in einfachen Fällen – mit einem manuellen Doppelhebel. Eine Klemmvorrichtung verhindert das Abrutschen des Bohrgestänges.
Die Sonde hat am unteren Ende eine ringförmige Schneide und kommt in verschiedenen Durchmessern zum Einsatz: gebräuchlich sind 36, 40, 50, 70 und 80 mm, selten auch 100 mm – je nach Bohrziel und Eindringtiefe. Die Sondenlänge beträgt einen, zwei, drei oder vier Meter. Zwischen Sonde und Schlagkopf können Distanzstangen geschraubt werden, um größere Tiefen zu erreichen.
Ausführung
Nach der Auswahl des Ansatzpunktes wird die erste Sonde lotrecht in den Boden gerammt, bis nur noch der Schlagkopf herausragt und die hohle Sonde bis oben gefüllt ist. Nach dem Ziehen wird in der Regel mit einer weiteren Sonde weitergebohrt, die wiederum gezogen wird, sobald ihr Hohlkörper mit Boden gefüllt ist. Kleinrammbohrungen werden üblicherweise bis in Tiefen von sechs bis zehn Metern ausgeführt; bei tieferen Erkundungen sollte bevorzugt das Trockenbohrverfahren zum Einsatz kommen.
Die gezogenen Sonden werden horizontal auf Böcken gelagert. Durch den Schlitz lässt sich der Bodenaufbau in einem Schichtenverzeichnis dokumentieren, und es können Proben für geologische, geotechnische oder chemische Untersuchungen entnommen werden. Das Bohrgut wird anschließend komplett aus der Sonde entnommen und je nach Zweck verworfen oder zu einer Mischprobe in Probengefäße gefüllt.
Nach Erreichen der vorgesehenen Tiefe wird das Bohrloch wieder verfüllt oder zur Messstelle ausgebaut – zur Messung des Grundwasserspiegels (Grundwassermessstelle), zur Entnahme von Grundwasserproben oder zur Beprobung der Bodenluft (Bodenluftmessstelle).
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Rammsondierung (DPL, DPH, SPT)
Sonde mit festgelegter Energie in den Boden rammen, Schlagzahl je Eindringtiefe zählen – Rückschluss auf die Lagerungsdichte rolliger Böden.
Die Rammsondierung ist ein Baugrundaufschlussverfahren, bei dem eine Sonde mit festgelegter Energie in den Boden gerammt wird. Aufgenommen wird die Schlagzahl, die für eine festgelegte Eindringtiefe notwendig ist. Aus der Schlagzahl lassen sich bei rolligen Böden Rückschlüsse auf die Lagerungsdichte ziehen. Das Verfahren ist in DIN EN ISO 22476-2 genormt.
Sondiergeräte
Je nach anstehendem Boden und erforderlicher Aufschlusstiefe wählen wir zwischen mehreren Geräten. Zu den leichten Rammsonden (DPL, Dynamic Probing Light) zählen die DPL-5 mit 5 cm² Spitzenquerschnitt und die in der aktuellen Norm verbliebene DPL mit 10 cm². Die nicht mehr normgerechte DPL-5 wird von vielen Ingenieuren weiterhin verlangt, weil sie mit diesen Zahlen zu rechnen gewohnt sind. Daneben stehen schwere Rammsonden (DPH, Dynamic Probing Heavy) und der Standard Penetration Test (SPT) zur Verfügung. Die Geräte unterscheiden sich in Spitzenquerschnitt, Spitzendurchmesser, Fallgewicht und Fallhöhe:
| Gerät | Kurzzeichen | Spitzenquerschnitt | Spitzendurchmesser | Rammbär | Fallhöhe |
|---|---|---|---|---|---|
| Leichte Rammsonde (alt) | DPL-5 | 5 cm² | 25,2 mm | 10 kg | 0,50 m |
| Leichte Rammsonde | DPL | 10 cm² | 35,7 mm | 10 kg | 0,50 m |
| Schwere Rammsonde | DPH | 15 cm² | 43,7 mm | 50 kg | 0,50 m |
| Standard Penetration Test | SPT | 20 cm² | 50,5 mm | 63,5 kg | 0,76 m |
Durchführung und Auswertung
Der Rammbär wird mit Luftdruck oder Muskelkraft (DPL) bzw. mit einem Kettenzug (DPM, DPH) auf eine definierte Höhe gebracht und fällt aus dieser Höhe auf das Sondiergestänge. So übt er immer dieselbe Energie auf die Sondierspitze aus. Gemessen wird die Schlagzahl pro definierter Eindringtiefe: pro 10 cm bei der Rammsondierung, pro 30 cm beim SPT. Die Schlagzahlen werden im Sondierdiagramm – einem Schlagzahl- oder Stufendiagramm, beim SPT als Balkendiagramm – gegen die Tiefe aufgetragen und erlauben eine einfache Beurteilung der Lagerungsdichte.
Verfahren 3 von 4
Trockenbohrverfahren
Verrohrte Bohrungen mit Schnecke und Ventilbohrer – das Verfahren für größere Tiefen, saubere Proben und anspruchsvolle Vorhaben.
Verrohrte Trockenbohrungen mit Schnecke und Ventilbohrer sind eine wichtige Methode der Baugrunderkundung in Norddeutschland. Die Verrohrung schützt das Bohrloch gegen Einsturz und Verunreinigung und erleichtert die Probenentnahme. Bei größeren Bauvorhaben sollte dieses Verfahren grundsätzlich der Kleinrammbohrung vorgezogen werden – und ab einer gewissen Erkundungstiefe führt kein Weg an der Trockenbohrung vorbei. Genormt ist das Verfahren in DIN EN ISO 22475-1.
Vorteile
- Schutz gegen Einsturz und Verunreinigung des Bohrlochs
- Erleichterte Probenentnahme
- Saubere, verlässliche Proben – auch ungestörte Proben und Rohrkernproben
Einsatzmöglichkeiten
- Baugrunderkundung, Baugrundaufschluss
- Erkundung von Grundwasservorkommen
- Umweltüberwachung und Altlastenerkundung
- Herstellung tiefer Grundwassermessstellen
Leistungen im Trockenbohrverfahren
- Bohrungen im Trockenbohrverfahren nach DIN EN ISO 22475-1
- Baugrundaufschlussbohrungen, Baugrundbohrungen
- SPT (Standard Penetration Test) im Bohrloch
- Flügelsondierungen
- Entnahme von ungestörten Bodenproben und Rohrkernproben
- Entnahme von Wasserproben
- Fachgerechtes Einbringen hydraulisch erhärtender Abdichtungen
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Hohlbohrschnecke
Wirtschaftliche Herstellung von Messstellen bei bekannter Geologie – und das bevorzugte Verfahren für Kampfmittelbohrungen.
Bohrungen mit der Hohlbohrschnecke dienen in erster Linie der wirtschaftlichen Herstellung von Messstellen, wenn die Geologie bereits bekannt ist. Auch in der Kampfmittelortung wird die Hohlbohrschnecke gern eingesetzt: Die Verrohrung wird gleich mit hinuntergeführt, sodass die Sonde im geschützten Bohrloch arbeiten und der Ringraum anschließend sorgfältig verfüllt werden kann.
Das Gerät ist kompakt genug für beengte Verhältnisse – wir haben damit unter anderem im Untergeschoss eines Kaufhauses gebohrt.
Einsatz
- Herstellung von Grund- und Stauwassermessstellen
- Bohrungen für die Ortung von Kampfmitteln
- Bohrungen für die Ortung von Metallhindernissen, z. B. alten Pfählen
Nicht sicher, welches Verfahren passt?
Rufen Sie an – wir sagen Ihnen, was Ihr Baugrund braucht, bevor wir ein Angebot schreiben.
Oststraße 50 · 22844 Norderstedt · Erreichbar Mo–Fr 8:00–16:00 Uhr